Mittwoch, 19. September 2012

Pushkar, die heilige Stadt Brahmas


Namaste meine Lieben!

"Die Kamele laufen auf sandigem Boden in Mitte von Gruen, soweit das Auge reicht. Die Sonne wird ein bisschen von den Wolken verdeckt. Ein angenehmer Wind pfeift um die Ohren, sodass der Schweis keine Chance hat sich mit der Haut und der Seide meines Oberteiles zu vermischen. Die Affen machen es sich auf den Steinvorspruengen der Berge bequem. Hier und Da wird sich gelaust und geaergert. Von weitem kann ich Hirten mit ihren Kuehen, Ochsen oder auch Ziegen sehen. Der weisse Turban blitzt dabei zu erst heraus. Frauen winken uns zu, wenn sie mit ihren Maennern mit dem Motorrad auf dem Weg zur Stadt sind, um ihrer taeglichen Arbeit nach zugehen. Verkaufen oder Kaufen, ein Tempelbesuch, ein Bad im heiligen Wasser im See von Pushkar.
Ich sitze auf Mothi. Hinter mir der Kamelfuehrer hoechst persoenlich, ein Mann im Alter von circa 45, brauner Haut, ein paar Falten auf der Stirn, aber ein Laecheln bis zu den Ohren. Einem weissen Tuch, welches locker um den Kopf gewickelt ist und ein hellblaues durchloechtertes Leinenhemd. Er hat die vollste Kontrolle ueber das Tier. Hoffe ich. Ich versuche ihm zu vertrauen.
Wie schade es ist auf dem Rueckweg zu sein. Aber ich freue mich auch auf einen zweiten Tag Stadtbesuch.Nach einer kurzen Nacht in Zelten und einem Fruehstueck mit Chai, Toast, Vergewaltigung von Fruechten und einer Banane ist der Bauch gefuellt, sind die Zaehne geputzt, die Haut ungewaschen, die Fuesse dreckig und der Rucksack wird auch schnell gepackt. Den Abend zuvor sassen wir zusammen, haben gut gegessen, die Sterne angeschaut, bis tief in die Nacht ueber Gott und die Welt geredet und uns dann irgendwann erschoepft in unsere Decke eingemummelt. Zeitig wollten wir aufstehen, was wir taten. Leider war die Enttaeuschung gross, als die Sonne nicht mit uns aufwache wollte. Wir legten uns wieder schlafen. 6:30 Fruehstueck und jetzt sitzen wir auf den Kamelen auf den Weg zurueck nach Pushkar. Jetzt merke ich wie meine Beine auf dem Kamel gedehnt wurden. Ich spuere einen leichten, angenehmen Schmerz. Ich spuere auch, dass der Gang zur Toilette dringen noetig ist. Aber das verdraenge ich schnell wieder. Ich atme tief ein, spuere den leichten Wind und zugleich die drueckende Hitze. Das Kamel macht Faxen ich halte mich erschrocken fest, oeffne die Augen und weiss ich bin im wunderschoenen Indien und bin dankbar hier zu sein. Danke meine lieben Eltern, Familie und Freunde. Ich bin gluecklich."

Meine Lieben wir hatten dieses Wochenende Exkursion nach Pushkar. Der Text zuvor ist ein Ausschnitt von unserer Kamelsafari, welche wir in die Registan Wueste machten. es war super schone und vor allem ruhig. Ich war begeistert. Ich bin begeistert. Ich werde begeistert bleiben. Ich kann schwaermen. Es ist super schoen. Einerseits strahlt es so eine Ruhe aus, wenn man auf den braunen See schaut und an der anderen Seite des Sees Frauen in leuchteten Saris ihr Bad im heiligen See nehmen. Es heisst, dass der Gott Brahma eine Lotusbluete auf die Erde fallen lassen hat und somit entstand Pushkar. In dieser Stadt, welche durch hellblaue Haeuser, jede Menge Ghats (Badestellen) und wunderschoenen Geschaeften sich um den See erstreckt, ist einer von wenigen Brahma Tempeln. Diesen besuchten wir.

Nachdem habe ich mit Mathilde unserem franzoesischen Maedchen auf der Strasse gegessen. Traditionell Rajasthani food. Es war super lecker, alleine schon der Flair auf der Strasse zu essen. Zu sehen wie das Essen zubereitet wird und es dann frisch und heiss auf dem Tisch serviert zu bekommen. Neben uns setzten sich ein paar Inder und wir begannen ein kurzes Gespreach mit Hindi und Englisch.

Ich habe mich auch bei einem indischen Priester am heiligen Wasser segnen lassen. Ich habe Rosenblaetter in die Hand bekommen und wurde runter ans heilige Wasser begleitet. Ich setze mich im Schneidersitzt gegenueber dem Priester, den Namen habe ich leider vergessen, wie fast alle indische Namen, die ich nur einmal gehoert habe. Ist aber auch schwer! Mann ey! Aufjedenfall habe ich dann meine Haende mit Wasser gereinigt und meinen Kopf mit ein paar tropfen gesaeubert. Anschliessend wiederholte ich ein paar Mutren die er sprach und in Englisch fuer mich uebersetzte. "Ich wuensche dir ein glueckliches, langes Leben, dass du alle schweren und auch leichten Zeiten gut ueberstehst. Fuer deine Familie alles Gute und fuer dein Reise in Indien, viele Erfahrungen, Erlebnisse etc. Danach habe ich noch ein Band bekommen, welches mir fuer immer Glueck bringt, deshalb darf ich es auch nicht abnehmen. Zu letzt hat der Priester mich gefragt ob ich Geschwister habe, ich antwortete natuerlich mit Ja, ich habe ja die liebste Schwester der Welt, damit einen schoenen Gruss an meine liebe Sina. Danach fragte er ob meine Eltern zusammen und verheiratet sind und ob meine Grosseltern beider seits noch am Leben sind. Ich antwortete ganz locker mit "Yes, of course", als Selbstverstaendlichkeit, als ich doch ein zweites Mal drueber nachdachte, ist mir aufgefallen, Nein es ist nicht selbstverstaendlich. Er sagte zu mir "lucky girl". Glueckliches Maedchen? Ich bin es. Es gibt so viele Menschen welche Familien haben, wo die Eltern geschieden sind, wo ein Elternteil gestorben ist, wo die Grosseltern nicht mehr am Leben sind, usw. Ich schaetze es mehr als  zuvor eine wunderbare Familie zu haben, es ist nicht selbstverstaendlich, dass meine Eltern gesund und munter sind. Danke dafuer, dass ich so eine wunderbare Familie habe, die sich um einander Sorgen macht und fuer einander da ist. Danke.

Es war ein gigantischer Ausflug, Papa Pushkar sollte auf deiner Travellliste stehen!

Liebe Gruesse
Lea

PS: Mir geht es super!

Von links nach rechts. Unbekannt in Riksha, Luise, Lotte, Ich und die liebe Mathilde.

Pushkar. Die Frauen haben ihre Taschen fuer Wechselkram, um ein Bad zunehmen.

Oeffentliche Toilette, oeffentliches Pullern, offene Menschen? :D

Der heilige See mit den vielen Ghats (Badestellen). 

Kamelsafari in der Registan Wueste.

Unsere Zelte mitten in der Pampa und unser Gemeinschafts-Esstisch, an dem wir zwei Mahlzeiten, dinner and breakfast hatten.

Such a nice view. Beautiful landscape! Amazing!

Short break. Pee Break!

Ratebild! Public Bus oder eine Art Wohnmobil? Top oder Flop?


Suchbild! Wo bin ich? Nicht auf dem Bild, weil ich ja das Foto mache! Lustig! Hahah:D 
Ein typisch indisches Bild. Bitte ueberseht nicht die Armreifen der Frau.

Pigmente.

Traditionelles Rajasthani Essen, es war super lecker und nach dem Teller, fuer 150 RS=1,70 Euro, waren Mathilde und Ich voll.

Kritische Bilcke, im tiefsten Inneren ein Geniessen. Ach und denkt ja nicht, dass ich drei Maazas getrunken habe, keines Falls. Die eine die geoeffnet ist, die ist meine.

Essenzubereitung.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wer bei diesem super Reisebericht nicht Lust bekommt Pushkar aufzusuchen, dem kann man nicht helfen. Ich habe diesen Ort vor über zwanzig Jahren besucht und glaube, nachdem ich die Bilder sah, man sollte wieder hinfahren. Die Fotos untermauern excellent deinen geschriebenen Text und der in "absoluter Ruhe" gedrehte kleine Trailer, schildert fabelhaft indisches Straßenleben. Ich hoffe andere Leser sind ebenfalls sehr angetan, weiter so Lea dein Papa.

Lea hat gesagt…

Danke lieber Herr Papa!
Ich habe dich lieb!

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