Meine
Lieben,
Es ist
viel passiert in der letzten Zeit. Ich hatte den schwersten Abschied meines
Lebens, eine komplett neue Aufgabe, in einem fuer mich neuen Arbeitsbereich und
freue mcih mit Bauchkribbeln auf Deutschland.
Die
letzten Tage in Jaipur habe ich gepackt, viel mit wichtigen Menschen gemacht
und einfach nochmal Jaipur in vollen Zuegen genossen. Ich habe Menschen getroffen,
wo ich mir nicht sicher bin wann ich diese wieder sehen werde und vor allem wann.
Ich habe so viel Traenenfluessigkeit verloren wie schon lange nicht mehr.
Alles fing mit dem Gefuehl des Zeitdruckes an
und einem inneren Druck, der meinte man hat so viele Chancen verpasst. Mag
sein, aber alleine schon die Chance zu nutzen ein Jahr nach Indien zu gehen,
war die Beste meines Lebens. Also sehe ich es positiv.
Ich sass
meistens in der Nacht da oder beim Einschlafen und habe ein bisschen vor mich
hingeweint. Das kommt vor.
Am Donnerstag, ein Tag vor meinem Abschied
ging es mir richtig schlecht, ich war traurig und zu nah am Wasser gebaut. Ich
habe bei jedem bisschen geweint und das kommt selten vor. Beim Packen, beim
Besuch in der Pink City, schon alleine wo ich daran gedacht habe, dass wir nie
weider alle zusammen in diesem einem Haus wohnen werden und natuerlich einfach,
dass ich Jaipur, mein zweites Zuhause so schnell nicht wieder sehen werde. Wenn
ich nochmal nach Indien kommen, dann steht Jaipur bestimmt auf meiner
Reiseroute, aber ich werde ein Tourist bleiben, kein Schueler, kein halber
„Inder“. Es wird nie wieder so werden, wie es schon mal war. Man sagt es kommt
vieles zweimal vor, aber nein, Das war einmalig, was super okay ist, weil es
einfach eine unfassbare Zeit war.
An dem
Abend zuvor haben wir uns nocheinmal mit Freunden getroffen und das Jahr durch
unsere Finger gleiten lassen. Es faellt mir schwer loszulassen. Aber auch da
musste ich durch. Das gemeinsame dinner out mit meiner zweiten Familie war doch
nochmal ein schoener Abschluss.
Das
Schoenste, der Himmel hat fuer uns geweint, nachdem seit drei Monaten kein Tropf
vom Himmel gefallen ist. Ist das Schicksal? Trauer? Zufall? Oder einfach nur
der Wettergott ehhh...nennen wir ihn mal schnell Jalji?
Am
naechsten Tag ging es mir gut, ich war eher aufgeregt, als traurig. Zwei meiner
Klassenkameradinnen, Prachi und Samriddhi kamen noch vorbei, sowie Yash,
Lokesh, Teju und Manan, welche sich nochmasl von uns verabschiedeten. Es war
super schoen. Nebenbei habe ich per SMS noch ein paar Email-ID’s und skype-ID’s
eingesammelt. Wer ohne fcaebook ist, sollte nicht aufgeschmissen sein. Damals
ging es auch.
Die
Koffer waren gepackt, ich war geduscht und bereit fuer Neues, aber ich wollte
das Alte nicht loslassen. Alles war gut bis Sangeeta sagte:“Lea, lets go na!“
I just replied:“No, I can’t go now!“ Nein ich kann jetzt nicht gehen. Das
Wasser stieg mir in die Augen und wie bei einem undichten Rohr lief es aus
allen Loechern;) Ich habe geweint wie noch nie. Es war furchtbar, es endete
erst im Tuk Tuk, auf dem Weg zum Bahnhof, nach dem Verlassen des Hauses.
Wo ich
da meine weinente Mathilde und Irina gesehen habe, das hat mir das Herz in die
Hose rutschen lassen.
Im
Himalaya angekommen, nach einer langen, schlaflosen, kalten, heissen und
‚komischen‘ Zugfahrt war es doch schoen, etwas Bkeanntes wieder zu erkennen. Das Haus,
die Berge, die Luft, das Gruene, die Affen, die Pflanzen und Tiere, das
Flussbett, wo mittlerweile ein keiner Bach fliesst und einfach die freundlichen
Menschen, welche dir nichts verkaufen wollen, welche dich nicht belaestigen und
dich anstarren und einfach auch viel weniger in der Anzahl sind.
Es ist
kalt hier, im Haus sowieso, wie Papa schon festgestellt hat, die Inder bauen
schlecht. Ordentlich Tuecher und Schals drumbinden dann geht das auch und zur
Not einfach tagsueber sich in die Sonne setzen.
Nun zu holi. Holi war der Hammer. Erst haben wir mit den Volunteers und dem idex staff gefeiert. wo es schonmal schoen nass und bunt wurde und dann sind wir in die Pink City. Die Strassen waren so leer, unfassbar und ueberall waren nur bunte Menschen zu sehen, vor allem viele Touristen und Maenner. Man wurde mit einem netten:"Happy Holi" begruesst, dabei umarmt und dadurch hat sich auch ganz schnell weider einmal die Gesichtsfarbe veraendert. Gegen eine nette Umarmung habe ich ja nichts, dabei koennen Po und Brueste aber gerne ausgelassen werden. Somit war es schwer den Typ von Mensch heruszufinden, welcher sich nun wirklich nur freut, dass man mit ihnen zusammen feiert. Wir haben unsere Gesichtsfarbe 30 Mal gewechselt und meine Kopfhaut hatte auch ncoh nach dem Duschen Regenbogenmuster. Irina hat gruene Haare bekommen und jeder war einfach mal pink. Naja, ich sag nur:"Happy Holi"
Meine Lieben, ich meochte euch nicht ein ganz wichtiges Gefuehl in meinem Bauch verheimlichen. Ich freue mich verdammt sehr auf zu Hause, also so wirklich!
Tausend
Kuesse
Eure Lea
PS: Wir
haben Osterhaesschen Zuhause und wenn ich komme, hoppeln die schon im Stall die
Suessen! Ich hoffe ihr hattet ein paar schoene Feiertage. Frohe Ostern! Noch 23
Tage!
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| Tobias, der Vater von Jonas und die Eltern von Emily und Camilla. |
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| Die Zwillinge. Camilla hatte ihr Programm im November beendet, umso schoener war es dei Beiden mal weider zusammen zu sehen. |
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| Omaji. |
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| Jonnasen und Ich. |




















2 Kommentare:
Hallo Lea, da zählt ja jemand die Tage bis zur Heimkehr, das tun wir ja schon lange, nicht in Tagen, erst in Monaten und dann irgendwann in Wochen und jetzt wie du, in Tagen. Es wird toll und irgendwie ganz neu dich wieder in unserem Haus zu haben. Sicher auch ein wenig aufregend da unser Leben hier so weiter plätscherte und mit deinem tausend farbigen Eindrücken und Mitbringseln wohl ein wenig überrollt wird.
Abschiede sind für den Moment ein trauriges Kapitel mit einem wahnsinnig positiven Hintergrund. Denn die Zeit und die Menschen die man hinter sich lässt waren einem nicht egal, haben dir verdammt viel bedeutet und da darf man auf alle Fälle Wassereimer mit Tränen füllen. Ich kann dir versichern Lea, das die Impfung Indien, die du jetzt bekommen hast, dein gesamtes Leben prägen wird. Und das ist gut so. Das wünschte ich mir für tausende andere Schüler aus unserem Land, verbunden mit der Hoffnung für mehr Verständnis unter den Völkern.
Jetzt in den Bergen erlebst du etwas, was ich mir eigentlich für meinen zweiten Indienbesuch vorgenommen hatte. Allein schon die paar Zeilen von dir, weniger Menschen, grün, keiner will was verkaufen, zeigen ein Bild eines anderen Indiens. Wir, Kerstin und ich, freuen uns das du dort bist und es dir gut gefällt. Die Arbeit mit den Kindern, der etwas geregeltere Alltag wieder und vielleicht auch neue Bekanntschaften im IDEX House. Inhaliere die Eindrücke, Begebenheiten und Erlebnisse der noch verbleibenden Tage in Indien und komme gesund nach Hause. Dann haben wir alles richtig gemacht. Ganz lieb dein Papa
Mein lieber Herr Papa, du kannst dir gar nicht vorstellen wie lieb ich dich eigentlich habe!
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