Montag, 30. Januar 2017

ABC die viere laufen im Schnne

Hallo ihr Lieben,


am 30. Dezember ging es dann so richtig los mit dem Trekken! Nachdem wir in Nagarkot schon einen Tag geuebt und uns in Pokhara noch die restliche Ausruestung gekauft hatten, starteten wir von Naya Pool unseren Trek in das Anapurna Basecamp (ABC).
Unseren ersten Stop nach einem langen und anstrengenden Marsch legten wir in Ghandruk ein, wo wir zum ersten mal erleben durften, wie teuer die Lebensmittel und selbst das Trinkwasser in den Bergen ist. Doch wenn einem dann die Traeger mit ihren riesigen Koerben auf dem Ruecken begegnen, versteht man es.
Nach einigen Partien Romme und "Nepali", bei denen wir staendig kicherten und rumbloedelten, wie uebermuedete Kinder, fielen wir in unsere Betten.


Am naechsten Tag ging es, verblueffender Weise ohne Muskelkater, weiter. Ein anstrengendes Stueck, durch ein Flusstal. Erst steil hinab, dann noch steiler hinauf. Im Nieselregen kamen wir in Chhomrong an. In der dininghall des guesthouses erzaehlte uns ein Italiener, dass er an diesem Tag in sechs Stunden aus dem Basecamp den Weg hinab nach Chhomrong gekommen sei.
Er war professioneller Bergsteiger und hat "nur" fuer die Anden trainiert, in denen er im Sommer wandern geht.
Was war ausserdem? Achja.. es war ja Silvester! Zur Feier des Tages haben wir uns eine Pizza geteilt und Timo hat uns mit einem mitgebrachten Flaeschchen Bio-Himbeerwein aus Deutschland ueberrascht. Gegen 20.00 Uhr haben wir angestossen und jeden einzelnen Tropfen davon genossen.
Halb neun sind wir ins Bett gegangen. :D


HAPPY NEW YEAR! wurde dafuer am naechsten Tag jedem zugejapst, der uns auf unserer Wanderung begegnete. In Bamboo legten wir eine Regenpause ein und versprachen uns auf dem Rueckweg wieder bei der netten Wirtin dieses Gasthauses einzukehren.
Ausserdem assen wir Macaroni mit Kaese und unterhielten uns mit Luke und Danni aus Australien (mit denen wir noch oefter den Weg teilen sollten), waehrend am Nebentisch eine Frau der russichen Wandertruppe einen grossen getrockneten Fisch aus einer Plastiktuete auspackte.
Den Anblick, wie sie die Schuppen von ihm abriss und ihn verspeiste, werden wir wohl nie vergessen.
Weiter ging es durch einen schoenen Wald, in dem wir die Schneegrenze uebertraten. Die Nacht verbrachten wir in Dovan.


Am naechsten Tag ging es durch den verschneiten Wald nach Deurali.
"Walking in a winter wonderland"
Wir liessen uns Zeit und liefen nur drei Stunden an diesem Tag, da wir die Hoehe nicht unterschaetzen wollten. Ein paar Leuten sind wir begegnet, die sich uebergeben mussten; ein Maedchen hat sogar lila gesehen und ein Mann hat die Syptome der Hoehenkrankheit ignoriert, ist immer weiter hinauf gelaufen, im Anapurnabasecamp eingeschlafen und nie wieder aufgewacht.
In Deurali war es dann endlich "kalt genug", so dass die dininghall (das Esszimmer) des Gasthauses beheitzt wurde. Und zwar wurde in eine Senke unter dem Esstisch ein Gasheizer gestellt, der einen dann von unten beim Essen und Kartenspielen waermte. Der Gasgeruch und die brennenden Augen war die Waerme auf jeden Fall wert!
Ein weiteres unvergessliches Ereignis war das sued-koreanische Paerchen, das an diesem Abend die Runde aufmischte. Beide hatten ein extravagantes Aeusseres, waren sehr extrovertiert und haben sofort alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Noch waehrend wir in unser abendliches Kartenspiel vertieft waren, fing die Frau neben mir an, Lea mit wenigen, gekonnt gezogenen Linien abzuzeichnen. Es stellte sich heraus, dass die beiden Kuenstler waren. Sie war (Strassen-?) Kuenstlerin und er Cartoonist.
Ihr verruecktes Auftreten, wie sie immer wieder gestoehnt und gesagt hat, dass sie muede sei, dass sie an dem Abend drei verschiedene Jacken anhatte und wie er am naechsten Morgen mit einer Gesichtsmaske vor uns stand, werden wir immer in Erinnerung behalten!


Nach einer Nacht zu viert im Zimmer ueberlegten wir am naechsten Morgen hin und her, ob wir nun durch das lavinengefaehrdete Tal zum Basecamp laufen sollten oder nicht. Letztendlich siegte der Ehrgeiz und die Tatsache, dass mehrere Leute, auch mit guide, an diesem Morgen aufbrachen.
Ueber das Machhapuchhre (fishtail) Basecamp liefen wir also durch die weitgehend vegetationslose Landschaft, bis wir endlich das ABC auf 4130m erreicht hatten. JippiYejji !
Mit Luke und Danni haben wir einen entspannten Abend verbracht, am naechsten Morgen die klare und bewaeltigende Aussicht auf die hoehchsten Berge der Welt bestaunt und uns dann wieder an den Abstieg gemacht.
An nur einem Tag haben wir es geschafft bis nach Bamboo zurueck zu laufen und unser Versprechen einzuhalten bei der netten Wirtin einzukehren.


Am naechsten Morgen standen wir vor dem Problem, dass Jonas' Achillessehne geknarzt und geschmerzt hat. Wir haben trotzdem langsam unseren Rueckweg weiter bestritten und Jonas war trotz Verletzung immer noch der Schnellste.
Nach einer langen Regen-Mittags-Karten-Pause in Sinuwa haben wir es noch bis nach Chhomrong geschafft.


Unser naechster Halt waren die heissen Quellen in Chinu, auf die wir uns schon lange gefreut hatten. Die kuenstlich angelegten Becken liegen direkt am eiskalt brausenden Fluss. Ihr Wasser ist jedoch durch Geothermie himmlisch warm. Einen ganzen Nachmittag entspannten wir in den drei unterschiedlich heissen Becken. Jonas und ich tauchten uns sogar mehrmals in den eisigen Fluss.
Nach diesem angenehmen Nachmittag schleppten wir uns nurnoch mit unseren ermuedeten Gliedmassen ins naechste Gasthaus (dafuer mussten wir wieder ganz schoen bergauf), wo wir einen wunderschoenen Abend verbrachten. Die Temperaturen waren wieder angenehmer, so dass man unter freiem Himmel sitzen, Karten spielen und heisse Schokolade mit Rum trinken konnte.


Am naechsten Tag trennten wir uns dann, denn Jonas musste so schnell wie moeglich nach Pokhara und seine Ferse entlasten, waehrend Lea und Timo noch einen Schlenker mehr liefen, bevor sie wieder in Pokhara einkehrten.
Nach ein paar schoenen Tagen im Staedtchen am See nahmen Lea und Timo an einem Projekt teil, bei dem sie mithalfen eine Schule aufzubauen, waehrend Jonas und ich in Kathmandu Zeit mit meiner Familie verbrachten.



























   


  



heisses Wasserbecken
POKHARA:





Pokhara von oben


World peace pagoda


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